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DSIP (Delta Sleep-Inducing Peptide), auch bekannt als Emideltid, ist ein natürliches Neuropeptid, das aus dem Hypothalamus stammt. Es wurde erstmals 1977 aus venösem Blut des Kaninchengehirns isoliert und kommt in freier und gebundener Form im limbischen System des Menschen, in der Hypophyse, in verschiedenen peripheren Organen und sogar in der Muttermilch vor. Bemerkenswert ist, dass DSIP die Blut-Hirn-Schranke überwindet und über den Darm resorbiert wird – ungewöhnliche Eigenschaften für ein Peptid –, was seine Rolle bei der Förderung des Schlafes nach dem Stillen bei gestillten Säuglingen erklären könnte.
Mechanismus der Wirkung
DSIP reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus durch Wechselwirkungen mit NMDA-Rezeptoren, GABA-Rezeptoren und Stressreaktionswegen, die durch den Corticotropin-Releasing-Faktor vermittelt werden. Es fördert den Schlaf, indem es die Muster des Slow-Wave-Schlafs (Delta-Schlaf) verstärkt und den Melatoninspiegel reguliert. Eine tagsüber verabreichte DSIP-Dosis kann zu einem besseren Schlaf in der folgenden Nacht führen, was auf eine anhaltende modulierende Wirkung hindeutet.
Wichtigste Vorteile
Verbesserung der Schlafqualität — Verkürzt die Einschlafzeit (in Studien um etwa 22 Minuten), steigert die Schlafeffizienz und verbessert sowohl die NREM- als auch die REM-Schlafphase, was zu einer umfassenden, erholsamen Nachtruhe führt.
Neuroprotektion — Hemmt den durch Hypoxie verursachten Rückgang der mitochondrialen Atmungsaktivität, steigert die ATP-Produktion und hemmt die stressbedingte Lipidperoxidation. Schützt gefährdete Nervenzellen unter Bedingungen metabolischen Stresses.
Stressabbau — Reguliert die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse), erhöht den Substanz-P-Spiegel im Hypothalamus und trägt zur Normalisierung stressbedingter Stoffwechselstörungen bei. Steigert die Effizienz der Mitochondrien und reduziert oxidativen Stress, was zu einem widerstandsfähigeren physiologischen Zustand führt.
Unterstützung der kognitiven Funktionen — Durch die Förderung eines erholsameren Schlafes trägt DSIP zu einer verbesserten Aufmerksamkeit, geistigen Klarheit, anhaltenden Konzentrationsfähigkeit und einem besseren räumlichen Gedächtnis bei. Verringerte DSIP-Spiegel bei Alzheimer-Patienten deuten auf einen Zusammenhang zwischen DSIP und neurodegenerativen Erkrankungen hin.
Referenzen
- Charnay Y. et al. Immunhistochemische Verteilung des Delta-Schlaf-induzierenden Peptids im Kaninchengehirn und in der Hypophyse. *Neuroendocrinology.* 1989;49(2):169–175.
- Tukhovskaya EA et al. Das Delta-Schlaf-induzierende Peptid stellt die motorische Funktion bei SD-Ratten nach einem fokalen Schlaganfall wieder her. *Molecules.* 2021;26(17):5173.
- Williams JA. Schlaf, Immunität und Stress: neue Erkenntnisse aus der Drosophila-Forschung. *Handbuch der Schlafforschung.* 2019;30:349–362.